SGZ vor Ort

Forchheim macht das Alltagsleben der 1950er - 70er erlebbar: Die Ausstellung Zwischen Gestern und Heute - Forchheimer Ansichten der 50er bis 70er (bis zum 5.7. in den Rathaushallen) zeigt verschiedenste Impressionen dieser Zeit des Umbruchs. Sehen und lesen Sie auch hier in einer Auswahl, was in Forchheim so los war!

1950 galt das als Sensation: Seifenkistenrennen die Untere Kellerstraße abwärts

Alltag bedeutete vor allem schwerer Arbeitstag – wie hier 1953 im Aluminium-Walzwerk der Folienfabrik. Diese darf als eingesessenes Unternehmen gelten, das 1854 von den Fürther Spiegelfabrikanten Morgenstern und Frankenthal gegründet wurde. Nach dem Krieg gehörte „die Folie“ zu den Konzernen Unilever und van Leer, heute zum finnischen Multi Huhtamaki (Foto mit frdl. Genehmigung des Firmenarchivs 4 P Folie/Huhtamaki)

 

Gewiss kein „Alltag“: Forchheim als Filmstadt mit Rudolf Schock
in „Der fröhliche Wanderer“ (1955)

 
   

Schulalltag 1954: Vor der Zentralschule (heute RvT-Schule)

 

In den ersten zehn Jahren nach dem Krieg war Forchheim trotz seiner zweiten Industrialisierungswelle noch stark landwirtschaftlich geprägt. Diese Aufnahme von 1954 (Standort des Fotografen etwa im östl. Teil der heutigen von-Ketteler-Straße) vereinigt die agrarische Tradition (Vordergrund), den wirtschaftlichen Aufbruch (Hintergrund links) und die bauliche Expansion (Dachstühle rechts neben Piasten).

 
   

Die „Beat-Welle“ erreichte Forchheim Mitte der 1960er Jahre. Zu den Bands der ersten Stunde gehörten die „Black Bones“, die ihre ersten Konzerte im „Liverpool“ (Bamberger Straße 16, heute „Saitensprung“) gaben, später hauptsächlich in der Jahnhalle auftraten, aber auch Engagements im Großraum erhielten. Unser Foto von 1965 zeigt von links: Helmut Fischer (Bassgitarre und Gesang), Heinz Müller, (Rhythmusgitarre, Mundharmonika und Gesang), Lucky Schmidt (Schlagzeug) und Peter Riess (Sologitarre, Klavier und Gesang)

Dr. Dieter George (Stadt Forchheim, Konzeption und Texte) zum Konzept der Ausstellung:

Alltagsgeschichte – Die Geschichte unserer Veränderung

Geschichte und Geschichtsdarstellung halten sich meist an die sog. „harten“ Daten und Fakten: Regierungszeiten, Kriegserklärungen und Friedensschlüsse, Katastrophen, Währungsschnitte, Staatsbesuche o. ä. Ihr Zugang erschließt sich uns in Archiven, Büchern und anderen Medien.
Aber es gibt auch eine Geschichte, die an uns vorbeifließt, die wir Tag für Tag erleben, in der wir uns selbst befinden, sie aber nicht festhalten. Die Veränderung, die sie mit sich bringt, bemerken wir erst nach längerer Zeit, wenn wir aus irgendeinem Anlass zurückblicken: durch eine zufällige Begegnung mit einem Schulfreund oder Tanzkurspartner, bei Jubelfeiern, auf denen alte Fotos herumgereicht werden …
Dann wird uns bewusst, dass die Zeiten andere geworden sind, dass unser Leben nicht mehr dasselbe ist. Und was geschah dabei mit uns?
Die Zeit ist ein sonderbares Ding. Wenn man so hinlebt, ist sie rein gar nichts. Aber dann auf einmal, da spürt man nichts als sie: sie ist um uns herum, sie ist auch in uns drinnen […] da rieselt sie […] Lautlos, wie eine Sanduhr (Hugo v. Hofmannsthal, Der Rosenkavalier, Monolog der Marschallin).

 

Kategorien Journal

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