Nachgefragt

    Gemeinsam erleben, zusammen wachsen

    Werner Schießl, erster Bürgermeister der Stadt Eggenfelden,
    im Gespräch

 

Was bedeutet Stadt.Geschichte.Zukunft für Sie? 
Eine Stadt hat ohne Geschichte keine Zukunft. In unserer schnelllebigen Informationsgesellschaft sind überlieferte Wertvorstellungen und die Tradition der eigenen Heimat im demographischen Wandel unverzichtbar. Dies gilt insbesondere für einen zentralen Ort wie Eggenfelden als Stadt mit 14000 Einwohner im ländlichen Raum ohne Hochschulangebot im Umkreis von 60 Autominuten.


Wie wurde das Thema in Ihrer Stadt aufgenommen und welche Aspekte von Stadt.Geschichte.Zukunft erscheinen für Sie für Eggenfelden besonders wichtig?
Das Thema wurde im Zusammenhang mit der Innenstadtsanierung von der Geschäftswelt gut aufgenommen. Besonderen Anklang fand das Thema bei den weiterführenden Schulen. Gerade die Einbindung von Schülerinnen und Schülern ist für die Bindung an den eigenen Ort wünschenswert.

Sie haben ein großes Projekt mit mehreren Schulen auf die Beine gestellt: Was gibt es zu sehen?
Durch das Projekt wird das historische denkmalgeschützte Alte Rathaus am Stadtplatz als Ausstellungsort entdeckt. In zwei Ausstellungen werden die soziokulturelle bzw. die wirtschaftliche Entwicklung des Stadtplatzumfeldes ab 1900 aufgezeigt. Eine weitere Ausstellung zeigt das Judentum und dessen Bedeutung für den wirtschaftlichen Aufschwung Eggenfeldens im dritten Reich. Als zusätzliche Parallelausstellung werden die persönlichkeitsbezogenen Straßennamen in Eggenfelden erläutert. Zur Abrundung zeigt eine Fotoausstellung von Kindern mit Down-Syndrom mit Personen des öffentlichen Lebens einen Teilaspekt der Behindertenstadt Eggenfelden, welche über einen Zeitraum von nunmehr 50 Jahren in allen Bereichen des öffentlichen Lebens u.a. durch zahlreiche ortsansässige Einrichtungen Inklusion lebt.

Ihr Stadtporträt im Programmbuch zu Stadt.Geschichte.Zukunft endet mit dem schönen Absatz: In der Begegnung und der Diskussion, beim Feiern und Genießen füllen sich die Stadt, ihre Vergangenheit und ihre Zukunft Tag um Tag mit Bildern, Farben und Ideen – bis das Projekt kein Projekt mehr ist, sondern die lebendige Antwort auf die spannendste aller Fragen: Wer sind wir eigentlich?
Können Sie angesichts der Projekte in Eggenfelden bereits eine Antwort geben? Bzw. schon ein Resümee ziehen, welche Spuren Stadt.Geschichte.Zukunft in Eggenfelden hinterlassen wird?
Stadt.Geschichte.Zukunft wird im demographischen Wandel von Tradition und Innovation eine neue Qualität des Umgangs mit der eigenen Geschichte, der Bedeutung unserer renovierten Innenstadt, der Integration von Menschen mit Behinderung und ausländischer Mitbürger sowie dem kollegialen Zusammenleben von Jung und Alt beleben und nachhaltig verankern.

Ein Blick in die Zukunft: Wohin geht die Kleinstadt Eggenfelden, wie entwickelt sich der alltägliche Lebensraum Stadt und welche Rolle spielt die Kultur dabei bzw. sollte sie dabei spielen?
Kultur war und ist für die Stadt Eggenfelden ein wichtiges Lebensgefühl. Die Bedeutung der Kunst im alltäglichen Lebensraum, im öffentlichen Leben und insbesondere in der pädagogischen Arbeit mit Schülerinnen und Schüler sollte in den nächsten Jahren noch intensiver werden. Die Stadt Eggenfelden wird hierzu einzelne Aktivitäten ins Leben rufen bzw. unterstützen.

 

Kategorien Journal

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