SGZ vor Ort
Schreibend näherten sich Schülerinnen des Elly-Heuss-Gymnasiums dem Begriff Heimat und ihrer Heimatstadt Weiden. Horizonte begreifen - wie und wo ich aufwachse hieß das Projekt, aus dem viele kleine Texte, eine Ausstellung von literarischen Notizen in Schaufenstern verschiedener Geschäfte und eine literarische Stadtführung entstanden ...
Im ersten Teil des Projekts haben sich Schülerinnen der Ganztagsklasse 5cG überlegt, was für sie dazugehört, um sich an einem Ort und bei Personen richtig wohl zu fühlen. Aus ihren Gedanken sind literarische Kurzformen wie Elfchen, ABC-Darien und Rondelle entstanden. Diese sprechen von einem Eingebundensein in das Familienleben und das nähere Wohnumfeld und gewähren Einblicke in mancherlei Hobbys und Reiseerfahrungen. Liebevoll per Hand geschrieben, mit selbstgemalten Bildern verziert und laminiert, schmücken sie zahlreiche Schaufenster von Geschäften rund um das alte Rathaus und laden die Passanten zum Verweilen und Nachdenken ein, was für sie selbst Heimat bedeutet.
   
In einer Ferienschreibwerkstatt wurden diese Überlegungen im zweiten Teil des Projekts vom 04. - 08. Juni fortgeführt und vertieft. Schülerinnen der Unterstufe fanden und erfanden Geschichten um die Orte und Personen des täglichen Lebens. Dazu gehörten dann auch Exkursionen in die Stadt, um an ausgewählten Plätzen Eindrücke für ihre Texte zu sammeln und Bürger und Bürgerinnen nach ihren Ansichten zu befragen. Die Geschichten und Gedichte, die dabei entstanden, präsentierten die jungen Autorinnen in einer literarischen Stadtführung am 08. Juni der Öffentlichkeit.
 
Susi, die Seifenblase

„Ich bin eine Blase, endlich!“, freut sich Susi und fliegt durch mein Zimmer. Susi hört, wie ich im Bett lese. Susi sieht mein Zimmer, meine Couch, mein Bett, mich, Schränke und einen Schreibtisch. Sie fliegt hinaus in den Flur. Hinten sieht sie das Bad und hört wie Anton in seinem Zimmer spielt. Als sie nach vorne kommt, sieht sie meine Mama am Computer und lauscht den Geräuschen der Waschmaschine. Dann schwirrt sie zur Haustür hinaus. Sie hört Hunde bellen, sieht Leute, die im Garten arbeiten und ist glücklich, dass sie eine Seifenblase ist.

(Leni Schnappauf)
 
während der Stadtführung
   
Lieblingsort: Das Bänkchen am Waldrand

Meine Schwester und ich machen uns nun, wie letzte Woche, auf den Weg in den Wald. Mit einer Tüte und Sonnenbrille bewaffnet wollen wir ein paar Haselnusszweige für unsere Hasen sammeln und anschließend uns auf dem Bänkchen am Waldrand niederlassen. Als wir im Wald angekommen sind, gehen wir zuerst einen steilen Hang hinab und holen die Zweige von den Sträuchern. Danach gehen wir den idyllischen Weg zu unserem Lieblingsort: dem Bänckchen am Waldrand! Wir setzen unsere Brillen auf und hocken uns auf die Bank. Von allen Seiten hören wir das Zwitschern der Vögel und das Summen der Bienen. Der Wind kühlt und weht uns sachte durchs Haar. Wir sind genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen, denn jetzt sehen wir den Sonnenuntergang. Wie die Sonne, orange und rot, langsam hinter dem Horizont verschwindet. Wir atmen die frische Luft und den Geruch der Tannenzweige ein und genießen die Ruhe nach einem langen und anstrengendem Tag. Äste knacken hinter uns und man hört das sachte Wehen der Zweige im Wind. Wir schlagen die Augen auf und sehen das ganze Dorf vor uns. Unzählige, kleine Häuser stehen dort und unsere Kirchenglocke schlägt. Nun ist es auch  schon etwas dunkler geworden und wir machen uns nun auf zum nach Hause Weg.
Das war wieder ein herrlicher Tag!   

(Luisa Kaiser)

 

Das gesamte Projekt wurde in einer Dokumentation festgehalten:

icon Die Stadtschreiberinnen (2.27 MB)

 

 

Kategorien Journal

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