SGZ vor Ort

In Bad Kissingen entwickelte eine Projektgruppe des Jack-Steinberger-Gymnasiums in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat ein besondere Form der Auseinandersetzung mit der Stadtgeschichte und dem eigenen Lebensraum: 

„Geocaching in Bad Kissingen: Als Kurgast in der Badestadt – gestern, heute, morgen“


Auch an dieser Stelle wird eine Aufgabe gestellt, deren Lösung zur nächsten Station führt 
 

Was es mit dieser modernen "Schnitzeljagd" in Bad Kissingen auf sich hat? Die Projektleiterin berichtet:

Schulprojekt des Jack-Steinberger-Gymnasiums in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der Stadt Bad Kissingen

„Dieses besondere Angebot mit Erlebnischarakter richtet sich vor allem an junge Besucher der Saalestadt wie z. B. Schulklassen. Ausgestattet mit einem entleihbaren GPS-Gerät führt eine moderne Schnitzeljagd durch die einmalige Geschichte des Weltbades mit seinen prächtigen historischen Bauten, Kur- und Gartenanlagen. Mit modernster Technik erkunden Schüler auf befestigten Wegen versteckte Sehenswürdigkeiten, verträumte Plätze, ungewöhnliche und bekannte Stätten der Saalestadt und erleben eine Zeitreise vom Mittelalter bis heute. Nach einer kurzen fachkundigen Einweisung müssen sie selbstständig an Ort und Stelle spannende Aufgaben und Rätsel lösen, Einheimische zu Rate ziehen und den einen oder anderen kleineren Test bestehen.“

Sieben Schüler der 8. Jahrgangsstufe (Projektgruppe) erarbeiteten gemeinsam mit den Studienreferendaren des Geographie-Seminars des Jack-Steinberger-Gymnasiums Bad Kissingen in einem fächerübergreifenden Jahresprojekt eine erste Geocaching-Tour durch die Stadt Bad Kissingen. Dieser Rundgang beginnend am Neuen Rathaus durch die Garten- und Kuranlagen soll in spielerischer und entdeckender Suche die letzten Jahrhunderte und Jahrzehnte der 1200jährigen Vergangenheit der Saalestadt erforschen, später aber auch das heutige Stadtbild und mögliche zukünftige Veränderungen berücksichtigen. Dabei spielen die Stadt als Lebensraum und das Alltagsleben eine wichtige Rolle.

Im Vordergrund stehen bisher besonders wichtige Prachtbauten, die zahlreichen Heilquellen und die Kuranlagen Bad Kissingens wie z. B. das Neue Rathaus, das Kurtheater, die Kuranlagen mit mediterraner Kneipp-Landschaft und Labyrinth, der Maxbrunnen an der Wandelhalle und der Rosengarten. In einem weiteren Ausbauschritt soll sich der zu erforschende Bereich vom Stadtkern entlang der Fränkischen Saale bis zur Oberen Saline erstrecken.

Und so läuft die GPS-Tour in Bad Kissingen ab:

Die Schulklasse bucht die Geocaching-Tour z. B. über das Museum Obere Saline oder über die Tourist-Information und holt sich dort die benötigten Materialien wie GPS-Geräte, Flyer mit Bildern und Informationen zu den Stationen und Stadtplanausschnitt und das Aufgabenblatt ab.

Nach einer kurzen Einweisung in die Handhabung der Geräte durch kundiges Personal begibt sich die Gruppe (eingeteilt in Teams) selbstständig auf eine spielerische und entdeckende Suche durch das Stadtgebiet und Randbereiche der Stadt. Es findet also keine Führung statt.

Der Geocache ist als Multi-Cache ausgelegt, d. h. er geht über mehrere Stationen und endet in der Nähe der Tourist-Information. Die Koordinaten des Ziels sind dabei allerdings nicht bekannt, man muss sie sich durch das Finden verschiedener Stationen erarbeiten. Es gibt natürlich einen Anfangshinweis zum Auffinden der ersten Station. Dort muss man dann eine Aufgabe lösen, um die Koordinaten der nächsten Station zu erhalten. Das an die Gruppe ausgeteilte Aufgabenblatt enthält Hinweise und Fragen, die nach erfolgreicher Bearbeitung weitere Koordinaten liefern. So wird der Multi-Cache zu einer interessanten „gelenkten Wanderung“, bei der nicht ausschließlich der Such- und Rätselspaß im Vordergrund stehen soll. Im Laufe der Suche wird man zu besonders interessanten Anlaufpunkten in der Stadt, die früher und auch noch heute für einen Kurgast große Bedeutung hatten und haben, geführt.

Am Ende der Suche wird man einen „Schatz“, versteckt in einer Plastikdose, heben können, z. B. bei Schulklassen den selbst hergestellten „Bad Kissinger Salztaler“, den die Kinder z. B. gegen eine Kugel Eis (bei Erwachsenen eventuell Gutschein für den Eintritt in das Bismarck-Museum, ein Liter Bad Kissinger Mineralwasser …) eintauschen können. Auf einen Tausch (also das Einlegen eines anderen Gegenstandes in die Cachedose) soll verzichtet werden, da Laien, die diese Art der Schatzsuche nicht kennen, oft nichts Passendes mit sich führen. Die Dose soll wieder versteckt werden.

Die erfolgreiche Suche wird durch einen Eintrag ins Logbuch, das z. B. in der Tourist-Information oder im Museum Obere Saline ausliegt und sich nicht in der Cachedose befindet, dokumentiert. Denn dorthin müssen die Gruppen zurück, um die ausgeliehenen Geräte wieder abzugeben.

An der Rückgabestelle soll auch ein Rückmeldebogen ausgefüllt werden, auf dem mögliche derzeitige Defizite und Wünsche für eine zukünftige moderne Stadt Bad Kissingen aus Sicht der Geocacher vermerkt werden.

Hier ein Auszug aus der ausgearbeiteten GPS-Tour: 

Die hier beschriebene Station befindet sich im Luitpold-Park. Der von den Studienreferendaren entwickelte Flyer liefert dazu folgende Informationen:
„Das Labyrinth ist kein Irrgarten. Ein einziger Weg von 500 Metern, mit scheinbaren Umwegen, führt in die Mitte und wieder hinaus. Der Labyrinthweg umkreist sieben Mal die Mitte, wechselt immer wieder pendelnd die Richtung. 22 Meter Durchmesser hat das Labyrinth, das in der Verbindung mit einem Barfußpfad einmalig in Deutschland ist. Auf dem Weg wechseln sich Gras, Sand, Rindenmulch, Kies und Holz ab – der Gang darüber ist eine Wohltat für Leib und Seele!“

Hat man diese Station gefunden, dann ist folgende Aufgabe zu lösen:

„Verlaufen hat sich hier zum Glück noch niemand, wobei es doch einige Überwindung kostet, sich den Weg vom Tor bis zur Säule zu „erspüren“. Auf dem 500 Meter langen Pfad kommt einem so einiges unter die Füße.

Aber: Aus wie vielen „Abschnitten“ besteht eigentlich der Barfußpfad, beginnend von der 8-eckigen Platte bis zur Säule in der Mitte (Platte und Säule nicht mitzählen!)?

1. 30 Abschnitte (N 50° 12.034‘ E 10° 04.554‘)

2. 36 Abschnitte (N 50° 11.689‘ E 10° 04.575‘)

3. 40 Abschnitte (N 50° 12.143‘ E 10° 04.250‘)

Gib nun die neuen Koordinaten in das GPS-Gerät ein und finde Station 6, die ganz in der Nähe liegt!“

Ein Fehler liefert allerdings falsche Koordinaten, die einen zu einer anderen Sehenswürdigkeit in Bad Kissingen, aber nicht zur nächsten Station führt. Nur die richtigen Koordinaten, die in das Gerät eingegeben werden müssen, leiten zur nächsten Station!

Christa Jandausch, OStRin am Jack-Steinberger-Gymnasium



Die Mainpost berichtete über das Projekt: Auf Schatzsuche in Bad Kissingen  
Und auch TV-Touring: Geocaching in Bad Kissingen

 

 

Kategorien Journal

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